Offenlegung.

Meine wunderbare Frau verwöhnt mich immer wieder, indem sie heimlich, still und leise meine Blogs zu Büchern macht. So entstanden z.B. 

"Rot - Texte aus dem politischen Herzen" oder "Blogbuster" - eine 500-Seiten-Schwarte oder "Blogbuster meets Kranzwirth" - die Fusion aus Blog- und Facebook-Miniaturen. 


Kürzlich habe ich wieder in einem dieser Zeitdokumente geblättert und einen Satz gefunden, der symptomatisch für mich ist: Dass ich immer wieder dazu tendiere, bei politischen Themen Wünsche zu Prognosen zu machen - eine Fehlschaltung, die ich meinen Kund:innen nicht so ohne weiteres durchgehen lassen würde. 


Ganz besonders krass ist mir das mit Andi Babler passiert. Ich stehe nach wie vor zu den Tränen der Begeisterung, die seine Reden bei mir ausgelöst haben. Ich stehe zu den Hoffnungen, die ich in ihn setzte. Und vor allem stehe ich dazu, dass es ihm gelungen ist, in den Koalitionsverhandlungen eine echtes Dream-Team für die SPÖ und das Land herauszuholen, das alle anderen Regierungspartner klar in den Schatten stellt. 


Was ich nun blutenden Herzens einsehen muss, 

ist die Tatsache, dass Andi Babler nicht die Frontfigur ist und nicht mehr werden wird, mit der die Sozialdemokratie die nächsten Wahlen gewinnen kann. Speziell in einem Szenario, wo die SPÖ die einzige Partei ist, die stabil die Abwehr der Faschisten schultern muss, wenn es um eine wirklich relevante Größe geht. 


Ich bin absolut sicher, dass der Großteil der Kritik, die an Babler geübt wird, zumindest zutiefst ungerecht, streckenweise sogar erschreckend falsch ist.

Aber seine Marke ist so grundlegend ruiniert, dass es nicht mehr gelingen wird, ihn aus diesem Treibsand herauszuholen. 


Wenn es denn möglich ist, wünsche ich ihm von ganzem Herzen eine Umpositionierung in Würde und Dankbarkeit. Und ich wünsche ihm und der SPÖ eine neue Frontfigur, die den Kanzler für die SPÖ zurückholt. Ich bin sicherer denn je, dass das Land das braucht. 


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