Ich kann mir kaum vorstellen, dass einer der führenden Regierungsköpfe in D oder A auf Sicht imstande wäre, so zu regieren, dass der unmittelbar drohenden Gefahr
eines faschistischen Umsturzes etwas fundamental Relevantes entgegengesetzt werden könnte.
Nach wie vor gibt es zwei beharrende Kräfte,
die sich gegenseitig so sehr behindern, dass der Aufstieg der Faschisten de facto ungehindert durchgeschaltet werden kann.
Einerseits: Die Konservativen kaschieren ihre historische Labilität gegenüber den Rechtsradikalen, indem sie nicht davon abgehen, die Faschos als missratende
Verwandte einzustufen, mit denen man immerhin im tiefsitzenden Sozen-Hass verbunden ist.
Dass der Hass der Faschos auf die "Kerzerlschlucker" mindestens genauso groß ist, wie auf die Roten wird dabei so lange vergessen, bis sich Schwarz und Rot in
benachbarten Gefängniszellen wiederfinden.
Andererseits: Die Roten schaffen es einfach nicht, ihrer früheren (!) Stammklientel - den "Arbeiter*innen" - zu verdeutlichen, dass sie von den Faschisten nach Strich
und Faden verarscht werden. Jede - wirklich jede - gesetzliche Verschlechterung der Situation der unselbständig arbeitenden Menschen in den letzten Jahren wurde auf Initiative und/oder mit
Unterstützung der Faschisten eingeführt.
Wir haben es in Österreich schmerzhaft erlebt und das Programm der AfD in Deutschland harrt mit scharrenden Hufen seiner Umsetzung.
DAS zu thematisieren ist die dringlichste Aufgabe der Sozialdemokratie und sie wird einfach als solche weder erkannt, noch in Angriff genommen.
Die Schnittmenge: Es ist überfälligst und allerhöchstete Zeit, die FPÖ und die AfD das zu nennen, was sie sind: Faschisten.
Beide Parteien erfüllen ausnahmslos jeden existierenden Kriterienkatalog von Erkennungszeichen des Faschismus - von Umberto Eco bis Robert Paxton.
Der Wahrheitsbeweis ist jederzeit und mühelos erbringbar.
Es bleibt weiterhin eine sinnlose verbale Fehlinvestition, FPÖ oder AfD als Nazis zu bezeichnen. Denn nicht nur gibt es einen feinen aber deutlichen Unterschied
zwischen Faschisten und Nationalsozialisten (siehe der Schnellvergleich zwischen Mussolini und Hitler), sondern man sollte einfach nur danach trachten, den heutigen Faschisten eine historische
Standard-Antwort zu verunmöglichen:
"Wir sind doch keine Nazis, wir haben keinen Krieg begonnen und keine Juden vergast!"
Einmal sei es wiederholt: Es ist wirklich und wahrhaftig allerhöchste Zeit, FPÖ und AfD als das zu bezeichnen, was sie sind: Faschisten.
Es gehört zum Wesen der Faschisten, die Demokratie mit ihren eigenen Instrumenten zu vernichten. Am Ende dieser Prozesse steht immer Niedergang und
Verderben.
Vielleicht lassen sich mit dieser klaren Etikettierung auch notorische Sponsoren (wie die Industriellenvereinigung oder der konservative Finanzdienstleistungs-Sektor
in Österreich) zu einem Abrücken von ihrer brandgefährlichen Nähe zu den Totengräbern von Freiheit und Rechtsstaat bewegen.
Und: Ohne eine robuste Reformpolitik der aktuellen Regierungen, die endlich aufhört mit der partikularistischen Klientelpolitik ist sowieso kein Blumentopf mehr zu
gewinnen.
Dazu gehört die Existenz eines durchdeklinierten Ziel-Referenzrahmens und entsprechender hochprofessioneller Kommunikation.
Aber das ist eine ganz andere Geschichte...

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Christian Sadil (Samstag, 16 Mai 2026 18:29)
Am Punkt! Dem ist nichts hinzuzufügen.
Robert Dengscherz (Montag, 18 Mai 2026 18:57)
Ja, Ja und Ja.
Ganz besonders wichtig, und das sage ich schon lange, ist es die Dinge als das anzusprechen was es ist und ganz genau zu unterscheiden zwischen Protofaschisten, Faschisten und Nazis. Letztere sind mittlerweile selten geworden. Einfach deswegen weil es die NSDAP nicht mehr gibt.