
Der Tunnelblick, mit dem sich unsere Wahrnehmung (lebens-)gefährlich verengt, sodass wir außerhalb dieses Radius nichts mehr wahrnehmen können:
Das ist/wird zu einem weit verbreiteten Phänomen, das uns auf allen Ebenen des Zusammenlebens begegnet und uns der Chance beraubt, in Lösungen zu denken.
Die Verengung von Perspektiven macht uns blind für die elementarste Stufe der Toleranz (den "Verdacht, der andere Mensch könnte Recht haben"/Kurt Tucholsky).
Fast alles wird monokausal begründet und ebenso eindimensional beantwortet.
Mittlerweile auch häufig beobachtbar in der Gruppendynamik, wo es sehr schwierig wird, die simpelsten Brainstormings abzuhalten, weil niemand mehr aus seinem Tunnel herausfindet.
Freund/Feind-Denken, schwarz-weiß-Malerei, der oft komplette Wegfall des Denkens in Optionen und viele andere Verkürzungen mehr machen uns handlungsunfähig.
Am schlimmsten beobachtbar im Szenario des Konflikt-Managements, wo es fast schon unmöglich scheint, wenigstens einen kleinen Schritt auf die andere Person zuzugehen.
Sieg oder Niederlage sind die einzig verbliebenen Optionen.
Und über allem schwebt die Angst.
Weil Angst kommt von Enge.
Und die kann uns umbringen.
Auch körperlich, wenn sich in der Angst nicht nur die Wahrnehmung, sondern auch die Blutgefäße verengen.
Es ist allerhöchste Zeit für eine fundamentale Renaissance des Konstruktivismus und den großartigen Leitgedanken Heinz von Foersters:
"Handle so, dass die Zahl Deiner Wahlmöglichkeiten mit jedem Schritt, den Du setzt, zunimmt."

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