𝗗𝗘𝗨𝗧𝗨𝗡𝗚𝗦𝗛𝗢𝗛𝗘𝗜𝗧.
Ich wünsche mir mit großer Sehnsucht, dass "wir" endlich (wieder) einen Entwicklungsstand erreichen, in dem wir ohne seitenlange Beipackzettel auskommen, um zu erklären, was jemand gemeint hat.
Das ist keine Abkehr von den wunderbaren Erkenntnissen Paul Watzlawicks, dass die "Wahrheit" in den Köpfen der Empfänger*innen entsteht. Im Gegenteil.
Es ist der Aufruf, zu denken, bevor man den Mund aufmacht.
Es ist der Zorn darüber, dass die halbe Journalistik und sämtliche Social Media regelmäßig ausrücken müssen,
um zu spekulieren, welche Unsagbarkeit von wem auch immer schon wieder den Diskurs irgendwohin verschoben hat.
Es ist die qualvolle Mangelkrankheit, die so schmerzt, wenn gelogen wird, dass sich die Balken biegen und wieder und wieder spekuliert werden muss, welche hidden agenda grad wieder hinter den Wattebäuschen verbogener Halbwahrheiten hervorlugt.
Die "Gewinner" dieser Hütchenspieler- Tricksereien sind ausnahmslos und immer nur die Großmeister kommunikativen Betrugs, denn die - nur die - beherrschen das Manipulationshandwerk aus dem Effeff.
So geht unser Zusammenleben vor die Hunde.
So verlieren wir den Kompass der Demokratie und verlieren uns auf dem Glatteis der Manipulation.
So wird sehr bald niemand niemandem mehr etwas glauben und dann trampeln wir auf Hannah Arendts Grab herum, die genau das vor Jahrzehnten als die DNA des Faschismus beschrieben hat.

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Marcus Rotter (Dienstag, 21 Oktober 2025 22:42)
Word. Langsam beginnt die Lügen- und Verwirrungstaktik zu greifen. In meinem Umfeld auch bei gebildeten Menschen, bei denen ich es niemals für möglich gehalten. Faschismus wird salonfähig und weise ich in aller Ruhe, argumentativ sachlich begründet, darauf hin, höre ich Sätze wie „Die Faschismus-Keule tötet jede Diskussion.“ Was aus meiner Sicht und Gesprächskultur nicht stimmt. Die Menschen sind so ermüdet und enttäuscht vom politischen System, dass sie jede noch so durchsichtige oder dumme Disruption willkommen heißen. Egal wie offensichtlich gefährlich sie demokratiepolitisch auch sein mag. Wie begegnen, Coach? Wie durchdringen? Bussi, Marcus
Hannes Sonnberger (Dienstag, 21 Oktober 2025 22:50)
@Marcus: Üblicherweise rate ich bei Verständnisproblemen auf Empfänger*innen-Seite zur Neuformulierung. Heißt: Gleicher Inhalt, andere Formulierung. In der Faschismus-Debatte erlebe ich sehr häufig, dass die Gesprächspartner*innen vor allem deshalb so unzugänglich sind, weil sie es nicht glauben können, dass SIE Faschisten sind. Ab und zu hilft wenigstens der Hinweis, dass das, was sie sagen oder tun einfach verboten ist. Das hilft für ein paar Augenblicke. Wir haben keinen Diskurs mehr. Er ist tot.